Organisation – BUSCHMANN LISS https://buschmannliss.de Systemische Organisationsberatung, Workshop-Moderation, Business Coaching Mon, 24 Jun 2024 08:36:25 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0.2 https://buschmannliss.de/wp-content/uploads/2020/11/cropped-bl-favicon-32x32.png Organisation – BUSCHMANN LISS https://buschmannliss.de 32 32 Räume für Wandel schaffen ist so wichtig! https://buschmannliss.de/2024/06/24/raume-fur-wandel/ Mon, 24 Jun 2024 07:59:01 +0000 https://buschmannliss.de/?p=3413 Meine Vision ist es, dass Menschen im Privaten oder im Beruf Veränderung nicht nur mitmachen, sondern aktiv gestalten – immer mit einem klaren Fokus auf Integrität und Mitgefühl. Als Mitinhaberin der Organisationsberatung BUSCHMANNLISS und Gründerin einer Community (Infos folgen in Kürze!) setze ich mich dafür ein, sichere und förderliche Räume zu schaffen, in denen wir unsere Werte herausfinden, unsere Ideale entwickeln und mutig in die Umsetzung gehen können.

Auf der Berliner Demokratiekonferenz 2024 hatte ich die Ehre, für einen solchen Raum mitverantwortlich zu sein. Die Konferenz, mit viel Feingefühl, Intelligenz und großer Professionalität konzipiert und organisiert von Benjamin Knispel und Stefanie Wilhelm (und ihrem Team) von der culturediction gmbh, bot eine wertvolle Gelegenheit, über die Bedeutung einer lebendigen Demokratie und die Notwendigkeit eines unterstützenden Umfelds und notwendiger Rahmenbedingungen zu diskutieren. Die verantwortlichen Berliner Spitzenpolitiker – Senator Joe Chialo, Senatorin Cansel Kiziltepe und Bürgermeister Kai Wegner sowie die Vertreter:innen der Senatsverwaltungen – haben für eine überaus positive Grundstimmung gesorgt, indem sie auf Gemeinsamkeiten fokussierten und den Schulterschluss sowie die Zusammenarbeit demonstrierten, was mich wirklich berührt hat.

Foto: Adrian Gross, www.bekko.online/
Lara Buschmann moderiert. Foto: Adrian Gross, www.bekko.online

Eine von Laura-Kristine Krause, Geschäftsführerin der gemeinnützigen Forschungsorganisation „More in Common Deutschland“ vorgestellte Studie zeigte auf, dass wir mehr gemeinsam haben, als wir vermuten: Wir alle wünschen uns Demokratie, Verantwortungsbewusstsein, Gerechtigkeit, Umweltschutz und Sicherheit. Gleichzeitig ist jeder zehnte Mensch in Berlin von Einsamkeit betroffen (was bedeutet, dass in meinem Wohnhaus mindestens zwei Personen einsam sind!) und in den Workshops zeigte sich, dass Initiativen an vielen Stellen unter schwierigen Umständen versuchen, Missstände der Politik auszugleichen, um unsere Demokratie zu retten.

Die Berliner Demokratiekonferenz 2024 hat gezeigt, wie wichtig es ist, Räume für Austausch und Zusammenarbeit zu schaffen. Nur so können wir gemeinsam die Herausforderungen unserer Zeit angehen und unsere Gesellschaft aktiv mitgestalten. Und das geplante Demokratiefördergesetz ist eine große Chance.

Danke für den guten Austausch, ich habe viele neue Einblicke mitgenommen!

#Demokratie #demkon #Zivilgesellschaft #Berlin2024 #Engagement

Teilnehmende der Demokratiekonferenz 2024 in Berlin. Foto: Lara Buschmann
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Nein heißt Nein https://buschmannliss.de/2024/02/14/buschmann_nein-heisst-nein/ Wed, 14 Feb 2024 12:02:09 +0000 https://buschmannliss.de/?p=3253 Nein heißt Nein

Sicherheit für Frauen in allen Lebenslagen – scheinbar doch nicht so wichtig, man(n) ist ja zum Glück selbst keine Frau.

Derzeit ist Marco Buschmann, mein Namensvetter, für eine politische Handlung besonders stark in den Medien vertreten. Er hat Post von über 100 namenhaften Frauen aus Politik, Kultur und Wirtschaft bekommen,[1] initiiert von Kristina Lunz, Mitgründerin und Co-Geschäftsführerin vom Centre for Feminist Foreign Policy – und er hat sich dagegen entschieden, diesen Frauen zuzuhören.

So eingeübt, so millionenfach geschehen, in unserer westlichen Hemisphäre, – einer Welt, die von Männern für Männer gemacht ist und die dazu tendiert, die Hälfte der Bevölkerung zu ignorieren.[2] Dass Frauen in vielen Bereichen nicht sichtbar sind, keine Stimme haben oder mindestens unterrepräsentiert sind, ist inzwischen zum Glück heiß diskutiert und kommt langsam in Politik und Gesellschaft an. In der Arbeitswelt allerdings mehr als im Privaten – etwa durch die Frauenquote und zahlreiche Publikationen rund um Frauen in Führung.

Doch was ist schon privat? Wie oft vermischt sich Arbeitsleben und Privatleben? Sehr oft, eigentlich doch immer, wenn Menschen aufeinandertreffen, in unterschiedlichen Konstellationen miteinander arbeiten und voneinander abhängig sind. Letzteres in den allermeisten Fällen noch in traditioneller Weise: Frauen sind oft (finanziell) von Männern abhängig.

Zurück also zum Fall „Nein heißt Nein“:

Im Jahr 2022 präsentierte die EU-Kommission einen Entwurf für eine Richtlinie, die es so zuvor niemals gab und die Frauen einen besseren Schutz vor männlicher Gewalt bieten soll.

„Die Situation verlangt es, denn sie ist tragisch: Jeden Tag werden zwischen 6 und 7 Frauen in Europa von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Das sind 2.300 tote Frauen jedes Jahr – und das ist nur die offizielle Schätzung der UN. Jedes Jahr werden ca. 1,5 Millionen Frauen laut einer Schätzung auf Basis von EU-Daten vergewaltigt. Im Schnitt hat in der EU schon jede zweite Frau sexuelle Belästigung und jede dritte Frau sexualisierte oder körperliche Gewalt erfahren.“[3]

https://centreforfeministforeignpolicy.org/2024/01/29/dringender-offener-brief-an-justizminister-buschmann/

In Deutschland gilt seit der Änderung des Sexualstrafrechts im Jahr 2016[4] bereits ein „Nein heißt Nein“. Doch nun hat das deutsche Justizministerium unter dem FDP-Politiker Marco Buschmann die geplante EU-weite Richtlinie zum Gewaltschutz blockiert und somit (neben Frankreich und Ungarn) ein Übereinkommen verhindert, das bei der Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen helfen soll: Zum Beispiel, indem es vorgibt, welche Standards bei Gericht und der Polizei gelten sollen, aber etwa auch, wie viele Frauenhausplätze benötigt werden.[5]

„Solange die EU-Richtlinie aber nicht unterschrieben wird, bleibt die Lage für Frauen in 14 EU-Ländern eher problematisch. In diesen Ländern, vor allem in Osteuropa, müssen Frauen nämlich noch nachweisen, dass es zu konkreter Gewalt oder Androhung von Gewalt kam, damit man von Vergewaltigung sprechen kann. In der Praxis, d.h. vor Gericht, ist das in vielen Fällen schwierig.“[6]

https://www.brisant.de/stars/offener-brief-gewalt-frauen-104.html

In einem Beitrag über Demokratie, Menschenrechte und was es bedeutet, einen Migrationshintergrund zu haben, schrieb Annahita Esmailzadeh, Head of Customer Success Account Management bei Microsoft, einen Satz, der sich an dieser Stelle bestens übertragen lässt: „Nicht politisch zu sein, ist ein Privileg. Es ist das Privileg der Unbetroffenheit.“ Und Jule Jankowski, Host des Podcast „Good Work“ antwortete: „Ich würde sogar noch weitergehen: die wahre Dekadenz besteht darin, die Privilegien einer Demokratie bei vollem politischem Desinteresse genießen zu wollen.“[7]

Es ist das Privileg der (vermeintlichen) Unbetroffenheit, dass Politiker so handeln lässt, wie es Herr Buschmann getan hat.

Immerhin: In anderen Punkten könnten sich die EU-Institutionen dagegen einig werden. Mit dem Gewaltschutzgesetz soll etwa das Verstümmeln weiblicher Genitalien in ganz Europa zur Straftat werden – was es bemerkenswerterweise heute, Anfang 2024, noch nicht ist! Zudem sollen das Stalking und Mobbing im Internet EU-weit unter Strafe gestellt werden. Das Gleiche gilt für das böswillige Weiterverbreiten intimer Aufnahmen.


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Wie geht gutes Arbeiten? https://buschmannliss.de/2023/05/31/wie-geht-gutes-arbeiten/ Wed, 31 May 2023 10:00:00 +0000 https://buschmannliss.de/?p=2580 In unseren Fundstücken für gutes Arbeiten haben wir 10 Impulse für mehr Zufriedenheit, bessere Ergebnisse, die Nutzung von Stärken und Ressourcen auf und mit der Arbeit vorgestellt. Hier fassen wir alle Punkte in maximaler Kürze zusammen.

Mit einem Klick auf die Links gelangen Sie zu den Blogbeiträgen.

Flugzeugmodus

Sich selbst in den Flugzeug-Modus bringen, also nicht verfügbar und ansprechbar sein, keine Emails und Benachrichtigungen bekommen: Das ist der beste Rahmen, um sich voller Fokus auf eine Sache zu konzentrieren, die wichtig ist.

Zeit für Ihr Zeitmanagement

Aber wann mache ich das mit dem Flugmodus? Hierfür bedarf es einer Zeitplanung, in der Zeit für fokussiertes Arbeiten an konkreten Zielen vorgesehen ist. Wer geplant arbeitet, arbeitet nicht nur effizienter, sondern geht auch nach der Arbeit zufriedener nach Hause. Planen Sie nicht nur täglich Zeit für Ihr Zeitmanagement ein, sondern halten Sie sich streng an diesen Termin mit sich selbst. Es ist der wichtigste Termin Ihres Arbeitstages.

Nein-Sagen

Und was, wenn ich das nicht kann, weil ich zu viel zu tun habe? Es klingt zunächst radikal und sehr unsympathisch: Dann machen Sie doch „nein“ zu einer gern genutzten Antwort! Das, was auf Ihrer Liste oben steht, ist es wert, vor weniger Relevantem geschützt zu werden. Auch, wenn Sie (aus emotionalen Gründen?) gern oft erstmal ‚ja!‘ antworten würden.

Fokuszeit

Und was ist, wenn ich zwar fokussiert arbeiten möchte, aber mich trotzdem immer jemand stört? Dann finden Sie zunächst heraus, zu welcher Tageszeit Sie am besten, konzentriertesten und produktivsten sind. Blocken Sie diese zwei bis drei Stunden am besten täglich als ‚Fokuszeit‘ in Ihrem Kalender. Machen Sie einen nicht verschiebbaren und nicht verhandelbaren Termin mit sich selbst und kommunizieren Sie dieses Zeitfenster Ihrem Team: Für die wichtigsten Aufgaben, die Ihre eigenen Ziele voranbringen.

Der Preis des Erfolgs

Tja. Die eigenen Ziele! Eh illusorisch, die zu erreichen? Scheinen sie wie reine Utopie? Das Rezept zum Erfolg ist bei radikaler Ehrlichkeit simpel: Entscheiden Sie, was Sie erreichen wollen (radikal ehrlich hinzuschauen ist dagegen gar nicht so einfach). Eruieren Sie, was Sie für das Erreichen des Ziels ‚bezahlen‘ müssen, entscheiden Sie dann, ob Sie (wirklich!) bereit sind diesen ‚Preis‘ zu bezahlen. Und dann legen Sie entweder richtig los, oder machen Sie Ihren Frieden damit, dass der Preis Ihnen ehrlicherweise zu hoch ist.

Delegation

Bei den Ziele, die ich im Sinne des Unternehmens verfolge, darf ich mir ja sogar helfen lassen.  Delegation ist als Führungskraft sogar meine Aufgabe. Sich helfen lassen ist Vertrauenssache und ein gutes Training, um das Gleichgewicht zwischen Gelassenheit und Begleitung zu finden. Suchen Sie nicht Ihren perfekten Ersatz, sondern finden Sie jemanden, der oder die es mit etwas Hilfe gut machen wird – wenngleich vielleicht anders, als Sie es selbst machen würden.

Meetings bedacht einsetzen

Zusammenarbeit braucht Momente der Abstimmung. Aber welcher Weg ist passend, ein Meeting, eine E-Mail, ein Anruf? Spätestens seit der Pandemie sind Meetings sowohl sehr en vogue als auch sehr verschrien, weil oft überflüssige Zeitfresser. Vieles kann außerhalb eines Meetings erledigt werden, insbesondere die Arbeit an sich!

Agieren, statt zu reagieren

Zurück am eigenen Schreibtisch stapeln sich die Aufgaben. Wenn Sie Ihre eigenen Ziele (für das Unternehmen) auch erreichen möchten, sorgen Sie dafür, dass Ihr ‚active to-do‘ jederzeit größer ist als Ihr ‚passive to-do‘. In anderen Worten: agieren Sie, statt nur zu reagieren. Das braucht Übersicht – also ein regelmäßiges Zurücktreten – und es braucht Mut, weil sich Ihr Umfeld über Ihre zurückgehende Verfügbarkeit wundern wird. Aber wenn es Ihnen gelingt, höflich und konsequent dranzubleiben, zuweilen auch mal Ihre Bewegründe erläutern, werden sich die anderen überraschend schnell an Ihre neuen Prioritäten gewöhnen.

Nicht alles (besser) wissen

Chefinnen und Chefs die sagen, dass sie etwas nicht wissen, sind schlau. Wenn die Führungsperson alles am besten weiß, dann hat das Unternehmen mehrere existenzielle Probleme. Wer als Führungsperson genuin daran interessiert ist seine Mitarbeitenden zu integrieren, zu entwickeln und besser zu machen, der oder die motiviert und bindet das Wertvollste, was es im Unternehmen gibt: die wirklich guten Leute. Und die sollen und müssen in bestimmten Themenfeldern mehr wissen als Sie selbst! Deswegen ist es ein gutes Zeichen, wenn Sie sich trauen zu sagen: „Keine Ahnung. Was würdet ihr machen?“

Positive Fehlerkultur

Eine der wertvollsten Fähigkeiten in unserer schnellen und multidimensionalen Welt ist die Problemlösungskompetenz. Aber nur wer Fehler machen darf, hat eine Chance, belastbare Antworten auf komplizierte Fragen zu finden. Das bedeutet: Um Herausforderungen wirksam zu meistern braucht es eine positive Fehlerkultur. Wenn Führungskräfte (und alle anderen) sich trauen (und sich trauen dürfen!) mutig hinzuschauen, dann fördert das massiv die Innovationskraft im Haus. Aus dem Fehler einer Person können viele andere lernen.

Wir hoffen, dass auch für Sie etwas dabei war. Uns ist bewusst, dass es durchaus unterschiedliche Ansichten zu vielen dieser Punkte geben kann, und wir würden uns freuen, darüber mit Ihnen ins Gespräch zu kommen.

Martin Liss und Lara Buschmann

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Erwartung. Gott sei Dank, ich wurde enttäuscht! https://buschmannliss.de/2022/05/02/erwartung-gott-sei-dank-ich-wurde-enttaeuscht/ Mon, 02 May 2022 12:28:00 +0000 https://buschmannliss.de/?p=1643 Um es gleich vorwegzunehmen: Unsere Erwartungen machen uns das Leben schwer. Wir denken ständig über sie nach und haben mit ihnen zu tun. Doch: wie eine Erwartung entsteht und was passiert, wenn nicht eintritt, was wir uns erwartet hatten – das ist im Alltag selten Thema. Dabei ist es oft entlastend und erhellend, darüber bewusst nachzudenken was unsere Erwartung war, warum sie sich nicht bestätigt hat und wie wir diese Situation erleben. Dieser Artikel gibt ein paar Hinweise und Denkanstöße und führt vielleicht dazu, dass man sich nach der Lektüre auf die nächste Enttäuschung freut.

Was ist eine Erwartung?

Erwartung kommt vom lateinischen „expectatio“ bzw. „exspectare“ was Ausschau, Vorausschau, Vermuten, Sehnen, Hoffen oder Befürchten bedeutet. Ich blicke also von meinem aktuellen Standpunkt durch meine in dem Moment bzw. in der Rolle üblicherweise unbewusst gewählte „Brille“ und stelle mir ein Ergebnis vor.  Ich habe eine Erwartung.

Die Erwartung hat immer die Enttäuschungsgefahr an der Hand, da wir die Situationen oder Ergebnisse kaum kontrollieren können. Es besteht also die Gefahr, dass ich ent-täuscht werde, was einerseits meine Fähigkeit, eine richtige Vorausschau zu machen, schwächt und mich andererseits traurig macht, weil meine Wünsche nicht erfüllt wurden. Darüber hinaus zeigt eine solche Ent-Täuschung, dass ich die Kompetenz oder die Interessen der involvierten Personen falsch eingeschätzt habe. So ist das halt, das Leben besteht aus Enttäuschungen.

Zum Glück! Denn mit jeder Enttäuschung nähere ich mich ja der Erkenntnis, und lerne über mich und meine Umwelt. Eine bewusst erlebte Ent-Täuschung als Ergebnis einer Erwartung ermöglicht, mir meiner Erwartungen („ich sehe die Welt nicht so wie sie ist, sondern wie ich bin“) bewusst zu werden. Im Ergebnis gibt es viel zu lernen. Was ist schon normal in einer so komplexen Welt? Wahrscheinlich ist „normal“ eine Ausnahme und die Erfüllung all meiner Erwartungen demnach auch.

Für wen ist das Thema wichtig?

In unserem Arbeitskontext, also der Organisationsentwicklung, der Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteur:innen innerhalb verschiedener Prozesse und nicht zuletzt der Persönlichkeitsarbeit und Reflektion der eigenen Rolle, spielen Erwartungen an unterschiedlichsten Stellen – wenn nicht sogar immerzu – eine große Rolle.

  • Kommunikation ist das, was ankommt: Kommunikation ist komplizierter als man denkt. Nämlich so kompliziert, dass sie klassischerweise unterschätzt wird. Mit dem Blick auf Erwartungen versteht man unter Kommunikation meist: Eine Person beschreibt eine Aufgabe oder äußert einen Wunsch und geht davon aus, dass die Empfängerin oder der Empfänger versteht, was gesagt wurde – und dementsprechend handelt.  
  • Beauftragung von Berater:innen: Die Erwartungshaltung des Kunden / der Kundin ist (gerade zu Beginn) oft eindeutig: „Löse mein Problem!“. Die Haltung (und manchmal auch der Anspruch) von Beratenden ist dagegen oft: „Ich helfe dir dabei, selbst zu Antworten zu kommen“.
  • Führungserwartung: Wie bewältigt eine Führungskraft so paradoxe Erwartungen wie Nähe–Distanz, Eigenständigkeit–Verbundenheit, Stabilität–Veränderung, Vertrauen–Kontrolle oder Freiheit–Verbindlichkeit?
  • Veränderungsprozesse und Flexibilität: Die Menschen im Arbeitsleben sind aufgrund ihrer unterschiedlichen Erwartungen und Selbsteinschätzung sehr sensibel, was z.B. die Veränderungen bei einem Tätigkeitswechsel betrifft. Der bewusste Umgang mit Erwartungen kann dabei helfen, die Veränderungen als Teil der „inneren Karriere“ zu verstehen.
  • Eintritt in die Arbeitswelt: Der Eintritt in die Arbeitswelt beginnt für den/die Anfänger:in mit einer Vielzahl von Erwartungen, Hoffnungen, Ängsten und Illusionen, meist jedoch mit relativ wenig Reflexion der eigenen Person, insbesondere im beruflichen Kontext.
  • Stellenbeschreibung / Funktion / Rolle: Einer funktionalen Rolle werden aufgrund ihrer Bezeichnung bestimmte Ergebniserwartungen, aber auch Perspektiven und Ausrichtungen zugeschrieben. Die Rollenträgerin wird mit unausgesprochenen Erwartungen konfrontiert. Die Zuschreibungen vom Umfeld führen zu  Widersprüchen, die die Rollenträgerin bewältigen muss. Auch für den Beratungskontext ist das wichtig: Habe ich gerade die Rolle der Berater:in oder der Moderator:in?

Wie kann ich das Wissen anwenden?

Glauben ist nicht wissen. Der richtige Umgang mit Erwartungen ist einerseits schon das Wissen, was es mit ihnen auf sich hat und andererseits das bewusste Einsetzen meines Nichtwissens. Wenn ich das, was ich wirklich weiß, von dem unterscheiden kann, was ich nicht weiß oder nur glaube zu wissen (also annehme), kann ich meine Unkenntnis als Schlüssel einsetzen, um Wissen zu erlangen. [ML1] 

Was bringt Erwartungsmanagement?

Um in der Beratungsarbeit einen „Schuss ins Dunkle“ mit geringen Erfolgsaussichten zu vermeiden, ist eine umfassende Auftragsklärung essenziell. Anders als bei der Beauftragung einer Expertin, welche eine bestimmte Aufgabe durchführen soll, ist für den Erfolg eines Veränderungsprojektes entscheidend, dass die Auftraggeberin aktiv an der Durchführung der Veränderungsmaßnahme beteiligt ist.

Sogenannte „Kontraktverhandlungen“ sind Verhandlungen über eine mögliche Kooperation zwischen einer potenziellen Auftraggeberin (der Organisation, also z.B. einem Museum, einem Energielieferanten, einer Werbeagentur) und einem Unterstützer/Berater wie uns. Ähnlich wie bei einer Vertragsverhandlung trifft man Vereinbarungen zum (weiteren) Beratungsprozess und der Projekt- und Zeitplanung, zu gegenseitigen Rollen und Verantwortlichkeiten, zu den möglichen Bedingungen der weiteren Zusammenarbeit und dem auftretenden Zeitaufwand bzw. den Kosten.

Eine gute Auftragsklärung verhindert enttäuschte Erwartungen sowie eine Vielzahl an möglichen späteren Konflikten und inhaltlichen Missverständnissen. Sie trägt somit auch zum Wohlbefinden aller während und nach dem gemeinsamen Projekt bei: Alle sind sich darüber bewusst, worauf sie sich eingelassen haben.

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Was ist eine Organisation? https://buschmannliss.de/2022/04/01/organisation/ Fri, 01 Apr 2022 12:00:00 +0000 https://buschmannliss.de/?p=1615 Organisationen verstehen heißt erfolgreich führen. Ganze Wirtschaftszweige beschäftigen sich nur damit, Organisationen besser zu machen – wir ja auch. Aber geht es nicht viel einfacher? Ginge alles nicht leichter, wenn man die Kirche im Dorf ließe und einfach alle machten was der Chef oder die Chefin sagt?

Was ist eine Organisation?

Oft denken wir beim bei dem Begriff Organisation an ein Organigramm. Wer zu wem gehört und wer wem etwas zu sagen hat, sagt viel über ein Unternehmen aus – allerdings sind diese Konstrukte nie der Anfang von Organisation, sondern eine Auswirkung davon. Man könnte dementsprechend auch sagen, dass Organigramme eine von mehreren Spitzen des „Eisbergs Organisation“ sind.  

Aus unserer Sicht ist eine Organisation ein System von Kommunikationen. Konkreter ist eine Organisation ein soziales System welches auf bestimmte Arbeitsergebnisse – mutmaßlich mit dem Ziel, seinen Organisationszweck zu erfüllen –  ausgerichtet ist. Es ist demzufolge ein Sozialsystem, welches nicht primär durch soziale Motivation zusammengehalten wird. Folglich gibt es innerhalb von Organisationen sowohl soziale wie auch nicht-soziale Subsysteme.

In einem solchen System finden nicht nur einzelne Entscheidungen statt, sondern etliche und von unterschiedlichen Akteursgruppen. In diesem Fall spricht man von Strukturen. Eine Entscheidung ist immer eine kommunikativ vermittelte Auswahl. In diesem Sinne unterliegen Organisationen ganz besonders den Herausforderungen der Kommunikation (siehe abermals dort). Und im Bemühen um Zielrichtung und Effizienz versuchen Organisationen, diese Herausforderungen durch formale Kommunikationsregeln und -strukturen (z.B. Hierarchien) abzusichern.

Woraus besteht eine Organisation?

Nimmt man alle Formalitäten, Insignien und Regeln zunächst weg, so sind Organisationen in ihrem Kern vergleichsweise komplexe (bewusste oder unbewusste) Entscheidungsprozesse. Diese wiederum bestehen aus (vielen und vielschichtigen) einzelnen Kommunikationen. Daneben oder dadurch entstehen, ganz automatisch, soziale Verbindungen: Jede Kommunikation hat neben der inhaltlichen auch eine Beziehungsebene, denn es ist unmöglich beziehungsfrei zu kommunizieren. Das gilt für Individuen wie auch für Gruppen intern und Gruppen untereinander. Also muss bei Organisationen (immer mindestens) auch die Beziehungsebene mitgedacht werden.

Was bringt das? Warum braucht es Organisationsberatung?

Prozesse, Entscheidungen und Kommunikationen in Organisationen definieren auch die jeweilige Organisation – sowohl als professionelle wie auch als soziale Systeme. Ein (gemeinsames?) Bewusstsein dafür, wie die Organisation „tickt“, was sie zusammenhält und funktional macht, aber auch wie sie mit Krisen und Problemen umgeht – all das macht die Organisation stärker, flexibler und damit zukunftssicherer. Gerade in einer Zeit in der es – vielleicht mehr als früher – für Organisationen darauf ankommt einerseits ihren Kern nicht zu verwässern und andererseits auf ständige Veränderungen produktiv und konstruktiv zu reagieren braucht es Bewusstsein, Klarheit, und Einigung auf eine gemeinsame Vision. Auch andere Herausforderungen zwischen Menschen oder Abteilungen können durch systemische Organisationsentwicklung und/oder Moderation gelöst und in neue konstruktive Energie umgewandelt werden.

Wer sollte sich mit Organisationen beschäftigen?

Über Organisationen nachzudenken und dieses Nachdenken in (neues) Handeln zu bringen ist für jede:n gut, der oder die in Organisationen Verantwortung trägt – unserer Überzeugung nach sind das jede und jeder, und eben nicht nur Führungskräfte. Teams sind stark, wenn sie ihr team-sein selbstständig und aktiv pflegen und fordern. Dazu gehören fachliche wie soziale Kompetenzen, und dazu gehört oft auch eine klare Blickrichtung über den Tellerrand hinaus. Oft sehen wir, dass schon der Prozess der Organisationsentwicklung in Arbeitsgruppen zu spannenden Perspektivwechseln anregt, neue Energien freisetzt und zu frischen Ansätzen auch des Miteinander motiviert.

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