Frohes neues Jahr! Schlechtes altes Jahr?

Das letzte Jahr war ein Jahr, an das sich viele Menschen lange erinnern werden. In nur wenigen Jahresrückblicken kam 2020 positiv davon.

Wir finden das schade, denn letztes Jahr sind auch viele tolle Sachen passiert! Die Herausforderung war und ist, diese tollen Sachen zu sehen. Obwohl oder weil die Pandemie für uns – vielmehr aber für andere – große Schwierigkeiten mit sich bringt.

  • In 2020 fand in den USA ein wichtiger Machtwechsel statt. Sowohl im Präsidentenamt als auch in Kongress und Abgeordnetenhaus herrschen nun andere Mehrheitsverhältnisse, und es gibt zumindest die ernsthafte Hoffnung, dass so etwas wie Vernunft nach Washington DC zurückkehrt.
  • Die EU hat ihr Klimaziel deutlich verschärft. Es ist leicht (und wahrscheinlich richtig) zu kritisieren, dass das alles noch immer viel zu lange dauert, aber ein Schritt in die richtige Richtung ist getan – immerhin.
  • Mehrere Corona-Impfstoffe wurden schneller als je zuvor entwickelt, getestet und zugelassen. Bei aller Kritik an Impfstrategiestrategie und -logistik ist es doch gut, dass gerade hierzulande so schnell und erfolgreich geforscht wurde.
  • Und die Erfolgsgeschichte des Gründerpaares von Biontech bietet eine Steilvorlage für mehr Diversität und Chancengleichheit in unserer Gesellschaft.
  • Genauso wie das neue Parlament in Neuseeland.
  • In Irland wurde erstmals das Polarlicht gesehen. Durch den fehlenden interkontinentalen Flugverkehr ist die Luft über der grünen Insel wieder so sauber, dass dieses zauberhafte Naturspektakel von Menschen gesehen werden kann.
  • Eine Hochschule vergibt Stipendien zum Nichtstun, um vom Leistungsdenken wegzukommen.
  • Mehrere Hotels öffneten ihre Zimmer für Obdachlose.
  • Es fahren wieder Nachtzüge.
  • Digitales Arbeiten ist vielerorts nicht nur erstmalig möglich geworden, die (neuen) Möglichkeiten wurden auch erkannt und im Alltag integriert.

Wir wollen die Corona-Pandemie nicht schönreden. Wir wollen sagen, dass kaum eine Krise nur schlecht ist und uns ausschließlich zurückwerfen kann – wenn wir uns zumuten, die Perspektive zu wechseln.

Die teilweise unfreiwillige Entschleunigung durch den Corona-Lockdown ermöglichte vielen Menschen darüber nachzudenken, was ihnen wirklich wichtig ist. Wir können uns sogar vorstellen, dass ein solch einschneidendes Ereignis wie diese Pandemie die Chance bietet, ganz grundsätzlich neu darüber nachzudenken, wie wir alle auf diesem Planeten gemeinsam leben und arbeiten möchten.